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Made in Austria

Wissensmanagement im Maschinen- und Anlagenbau

Der Konstrukteur von damals ist in Pension. Die Anlage läuft noch.

Maschinen und Anlagen werden oft über Jahrzehnte betrieben, umgebaut und erweitert. Was über eine einzelne Anlage bekannt ist, steht nur teilweise im ERP. Der Rest liegt in Mails, Inbetriebnahmeberichten und im Gedächtnis erfahrener Leute. Wir verbinden es mit der Seriennummer.

Die Ausgangslage

Kaum eine ausgelieferte Anlage entspricht genau dem Serienstand. Es gibt kundenspezifische Anpassungen, Änderungen während der Montage, Nachrüstungen bei Servicebesuchen und Softwarestände, die vor Ort aufgespielt wurden. Das ERP kennt die ursprüngliche Stückliste. Was danach passiert ist, steht oft verstreut in Serviceberichten, Mails und Notizen von Technikern.

Solange die beteiligten Personen im Unternehmen sind, wird das Wissen über Rückfragen zusammengetragen. Mit jeder Pensionierung eines erfahrenen Konstrukteurs, Monteurs oder Servicetechnikers wird diese Suche schwieriger. Eine Anfrage zum Umbau einer älteren Anlage kann dann Tage an Recherche erfordern, bevor ein Angebot möglich ist.

Gleichzeitig wird dasselbe Wissen an vielen Stellen gebraucht: im Service bei der Störungssuche, im Ersatzteilvertrieb bei der Teileidentifikation, im Vertrieb bei einem Modernisierungsangebot und in der Konstruktion bei der nächsten Sonderlösung.

Vorgehen

So setzen wir an

  1. Schritt 1

    Seriennummer als Anker

    Wissen wird an der einzelnen Maschine verankert. Auftragsunterlagen, Änderungen, Serviceberichte und Kundenkorrespondenz werden über die Seriennummer verbunden, ohne aus ihren Systemen kopiert zu werden.

  2. Schritt 2

    Baustand rekonstruieren

    Aus Auftrag, Änderungsmitteilungen und Serviceeinsätzen entsteht eine Übersicht, was an dieser Maschine vom Serienstand abweicht. Jede Abweichung verweist auf die Quelle, aus der sie stammt.

  3. Schritt 3

    Erfahrung aus Einsätzen festhalten

    Hinweise aus Inbetriebnahme und Service, etwa zu einer schwer zugänglichen Baugruppe oder einer bewährten Einstellung, werden am Ende eines Einsatzes ergänzt und beim nächsten Fall an derselben Anlage angezeigt.

  4. Schritt 4

    Übergabe bei Personalwechsel

    Geht ein erfahrener Mitarbeiter, entsteht für die von ihm betreuten Anlagen eine Übersicht, die in einem gemeinsamen Gespräch ergänzt werden kann – mit Belegen statt aus dem Gedächtnis.

Ein typischer Fall

Ein Kunde möchte eine vor vielen Jahren gelieferte Abfüllanlage auf ein neues Gebinde umrüsten. Im ERP ist nur die ursprüngliche Ausführung hinterlegt. Die Übersicht zur Seriennummer zeigt zusätzlich eine Nachrüstung der Dosierstation aus einem späteren Serviceeinsatz und eine Mail, in der eine abweichende Steuerungsversion erwähnt wird. Der Vertriebsingenieur klärt diese Punkte mit dem Service, bevor er den Umbau anbietet.

Wo der Mensch entscheidet

ERP, PDM und Servicesystem bleiben die führenden Quellen; wir legen keinen zweiten Datenbestand an. Konstruktionsdaten werden nur in dem Umfang einbezogen, den Sie festlegen, und nur für Personen sichtbar, die in den Quellsystemen darauf Zugriff haben.

Unsere Rolle und Grundsätze →

Weitere Themen im Maschinen- und Anlagenbau

  • Datenanalyse →Ihre Serviceanfragen wissen mehr über Ihre Maschinen als jeder Prüfstand
  • Kommunikation →Der Kunde schreibt an drei Abteilungen. Ankommen sollte es in einem Vorgang.
  • Wissen validieren →Die richtige Anleitung für die falsche Maschine ist auch eine falsche Antwort

Wissensmanagement in anderen Branchen

Erstgespräch

Sehen wir uns Ihren größten Zeitfresser an.

Ein Gespräch, keine Präsentation. Wir schauen uns an, worüber in Ihrem Betrieb kommuniziert wird, wo Vorgänge auseinanderfallen und was sich mit welchem Aufwand automatisieren lässt. Unverbindlich.

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Häufig gestellte Fragen

Kontakt
Müssen wir den Baustand aller Maschinen nacherfassen?

Nein. Begonnen wird mit den Anlagen, zu denen tatsächlich Anfragen kommen. Der Baustand wird dort rekonstruiert, wo er gebraucht wird, und mit jeder weiteren Anfrage vollständiger.

Was, wenn Unterlagen nur auf Papier existieren?

Dann sind sie nicht automatisch einbezogen. Ob sich das Digitalisieren für einzelne Anlagen lohnt, entscheiden Sie im Einzelfall. Die Übersicht weist darauf hin, wo Lücken bestehen.

Kann das Wissen zwischen Anlagen verglichen werden?

Ja, etwa um zu sehen, welche anderen Anlagen dieselbe Nachrüstung erhalten haben. Das hilft bei Modernisierungsangeboten und beim Service.