Das Framework
Die Intelligenz liegt im System, nicht im Modell
Das Framework ist der Kern aller unserer Produkte. Es beschreibt, wie ein Unternehmen umgebaut sein muss, damit KI darin verlässlich arbeiten kann. Modelle und Werkzeuge werden austauschbar – die Struktur darunter bleibt.
Aufbau
Fünf Bausteine. Fehlt einer, bleibt der Nutzen aus.
Ein Agentensystem ist kein Werkzeug, sondern ein Aufbau aus fünf Bausteinen. Fehlt einer, bleibt der Nutzen aus. Am häufigsten fehlt die Rückkopplung.
Baustein 01
Agent
Der Agent nimmt eine Aufgabe entgegen, wählt die passende Fähigkeit, lädt den nötigen Kontext und führt aus. Er ist bewusst das am wenigsten wertvolle Teil des Systems: Modelle wechseln, das System bleibt stabil.
Fehlt dieser Baustein
Ohne Agent bleibt alles Dokumentation. Regeln und Kontext existieren, aber niemand führt sie aus.
Im Alltag heißt das
Eine eingehende Anfrage wird geprüft, einem bestehenden Vorgang zugeordnet und mit einem Antwortentwurf zur Freigabe vorgelegt.
- Boot-Protokoll und Auswahl der passenden Fähigkeit
- Kontext laden, Freigabestufe prüfen, ausführen
- Ergebnis validieren und zurückschreiben
Baustein 02
Kontext
Die gemeinsame Datenbasis aus Wissen, Prozessen und Kundendaten. Mehr Kontext ist nicht besser – geladen wird nur, was explizit verknüpft ist. Drei Stufen: Kern immer, Aufgabenkontext je Fähigkeit, Hintergrund nur auf Anfrage.
Fehlt dieser Baustein
Ohne Kontext rät das System. Es antwortet plausibel und trifft trotzdem daneben, weil es die Vorgeschichte nicht kennt.
Im Alltag heißt das
Beim Anruf eines Lieferanten liegen alle offenen Punkte zu diesem Lieferanten vor – auch die, die Kolleginnen und Kollegen aufgemacht haben.
- Drei Kontextstufen: Kern, Aufgabe, Hintergrund
- Firmen-, Rollen- und Teamprofil als Fundament
- Der Agent schreibt zurück, das System pflegt sich mit
Baustein 03
Skills
Ein Skill ist eine dokumentierte Arbeitsanweisung, die so präzise ist, dass sie ohne Rückfragen ausgeführt werden kann. Er enthält alles: Anweisung, Kontext, Regeln und eine messbare Definition of Done. Ein Prompt ist einmalig, ein Skill ist wiederkehrend.
Fehlt dieser Baustein
Ohne Skills entsteht Promptfolklore. Jede Person arbeitet anders, Ergebnisse sind nicht vergleichbar, Wissen geht mit Personen.
Im Alltag heißt das
Angebotsprüfung: vier bis zehn Schritte, definierte Eingaben, drei ausdrückliche No-Gos, und ein Ergebnis, das gegen feste Kriterien geprüft wird.
- Fünf Module: Beschreibung, Startprotokoll, Ablauf, Kontext, Definition of Done
- Vor dem Produktivgang drei bis fünf Testläufe gegen die Kriterien
- Erst dann wird ein Skill aktiv geschaltet
Baustein 04
Regeln
Jede Fähigkeit trägt eine Freigabestufe. Grün läuft selbstständig, Gelb bereitet vor und ein Mensch prüft, Rot bleibt beim Menschen. Neue Fähigkeiten starten grundsätzlich auf Gelb. Die Stufe ist technisch erzwungen, nicht nur dokumentiert.
Fehlt dieser Baustein
Ohne Regeln entscheidet der Zufall, was nach außen geht. Ein einziger falsch versendeter Entwurf kostet mehr Vertrauen, als das Projekt an Zeit spart.
Im Alltag heißt das
Kein System sendet etwas nach außen ohne menschliche Prüfung. Im Zweifel eine Stufe strenger.
- Ampel je Fähigkeit: grün, gelb, rot
- Vier Datenklassen von öffentlich bis streng vertraulich
- Jede Fähigkeit hat eine namentlich verantwortliche Person
Baustein 05
Feedback
Erkenntnisse aus dem Betrieb fließen als Korrektur zurück in die Arbeitsanweisung – nicht in ein Protokoll, das niemand liest. Ausführen, prüfen, Rückmeldung geben, Anweisung nachschärfen. Dieser Kreis entscheidet, ob ein System besser wird oder stehen bleibt.
Fehlt dieser Baustein
Ohne Rückkopplung bleibt das System auf dem Stand des ersten Tages. Der Nutzen fällt, während die Erwartung steigt.
Im Alltag heißt das
Eine korrigierte Antwort wird nicht nur korrigiert, sondern erzeugt eine Anpassung der Anweisung – der gleiche Fehler tritt kein zweites Mal auf.
- Direkte Korrektur an der Anweisung
- Feedback-Sammlung für wiederkehrende Muster
- Gelerntes erzeugt einen Hinweis, niemals eine Vorgabe
Prinzipien
Sechs Regeln, nach denen wir bauen
Sie klingen unspektakulär. Genau an ihnen scheitern aber die meisten Projekte, die wir übernehmen.
Intelligenz im System
Die Logik steckt in Fähigkeiten, Kontext und Regeln. Der Agent ist austauschbar, das System bleibt stabil.
Kontext-Disziplin
Mehr Kontext ist nicht besser. Geladen wird nur, was explizit verknüpft ist – keine freie Suche als Standard.
Skills sind geschlossen
Eine Fähigkeit enthält alles, was sie braucht. Die Anweisung schlägt die Datenbank, die Datenbank schlägt die Suche.
Quality by Design
Fähigkeiten entstehen im strukturierten Interview und werden vor dem Produktivgang gegen feste Kriterien getestet.
Lernen wird operativ
Rückmeldungen ändern die Arbeitsanweisung. Nicht das Protokoll, sondern die Anweisung.
Verantwortung end-to-end
Jede Fähigkeit hat eine verantwortliche Person. Eine zentrale Qualitätssicherung skaliert nicht.
Der Einstieg
Wir modellieren den Prozess nicht. Wir lesen ihn aus.
Arbeit entsteht nicht durch Aufgaben, sondern durch Auslöser und Kommunikation. Ein Workshop beschreibt den Wunschzustand. Die reale Kommunikation zeigt den Ist-Zustand.
- 01
Realität erfassen
Wir werten die echte Kommunikation aus – Mail, Telefon, Tickets, Dokumente. Keine theoretischen Workshops, in denen jeder den Prozess beschreibt, den er beschreiben soll.
- 02
Trigger identifizieren
Was löst Arbeit aus? Eine Anfrage, eine Frist, eine Rückfrage, ein ausbleibender Antwortschritt. Diese Auslöser sind der eigentliche Taktgeber im Betrieb.
- 03
Muster erkennen
Welche Vorgänge wiederholen sich, wo bleiben Klärungen hängen, an welchen Schnittstellen bricht die Kette. Muster sind die Vorstufe jeder sinnvollen Automatisierung.
- 04
Workflow ableiten
Der Ablauf wird aus realen Daten extrahiert, nicht modelliert. Was dabei herauskommt, entspricht selten dem Organigramm – und ist deutlich belastbarer.
- 05
Agenten einsetzen
Gezielt an der Stelle im Workflow, an der sie wirken, mit dem passenden Kontext. Nicht isoliert und nicht überall gleichzeitig.
KI ohne Struktur verstärkt Chaos. Wir strukturieren Arbeit, damit KI sinnvoll wirken kann.
Reifegrad
Der höchste Nutzen liegt nicht bei maximaler Autonomie
Die meisten Betriebe, mit denen wir sprechen, stehen im zweiten Abschnitt. Sie haben Werkzeuge eingeführt und merken, dass die Produktivität nicht mitgewachsen ist. Klicken Sie sich durch die Kurve.
Erste Werkzeuge, erste Erfolge
Einzelne Teams probieren Chatassistenten und Automatisierungen aus. Das funktioniert, weil der Anwendungsfall klein und die Person motiviert ist. Der Nutzen ist echt, aber er bleibt persönlich.
- Ein bis drei Werkzeuge im Einsatz, meist ohne Freigabe
- Der Nutzen hängt an einzelnen Personen
- Ergebnisse werden nicht gemessen
Der Mitarbeiter wird zur Middleware
Jede Abteilung hat ihre eigene Lösung, keine kennt den Kontext der anderen. Menschen kopieren Ergebnisse zwischen Systemen hin und her. Genau das, was KI übernehmen sollte, macht jetzt der Mensch – nur mit mehr Systemen im Weg.
- Mehrere Werkzeuge im Haus, ohne dass die Produktivität mitgewachsen ist
- Mehr Zeit für das Koordinieren der Werkzeuge als für die eigentliche Arbeit
- Wiederkehrende Fehler, weil die Systeme den Vorgang nicht kennen
Kontrollierte Orchestrierung
Die Werkzeuge sitzen an definierten Stellen im Ablauf, teilen sich einen gemeinsamen Kontext und schreiben Ergebnisse zurück. Der Mensch entscheidet, das System bereitet vor. Hier liegt der höchste Mehrwert – nicht bei maximaler Autonomie.
- Ein gemeinsamer Kontext statt vier getrennter Datenbestände
- Freigaben sind Teil der Architektur, nicht nachträglich angebaut
- Jede Automatisierung hat eine verantwortliche Person
Mehr Autonomie, weniger Nachvollziehbarkeit
Wer die Orchestrierung zu weit treibt, verliert die Spur. Entscheidungen entstehen, ohne dass jemand erklären kann, warum. Der Aufwand für Kontrolle wächst schneller als der Nutzen.
- Ergebnisse lassen sich nicht mehr auf eine Regel zurückführen
- Fehler werden spät entdeckt und teuer korrigiert
- Die Organisation traut dem System nicht mehr
Technisch möglich, betrieblich selten sinnvoll
Vollständig autonome Systeme sind machbar. Für einen Mittelstandsbetrieb sind sie in den meisten Prozessen weder nötig noch wirtschaftlich – und regulatorisch aufwendig.
- Hoher Aufwand für Absicherung und Nachweis
- Nutzen liegt unter dem der orchestrierten Stufe
- Sinnvoll nur in eng begrenzten, gut messbaren Abläufen
Einzelne Agenten sind Features. Orchestrierung ist das Produkt.
Auf einen Blick
Die fünf Bausteine in einem Satz
- 01Agent
- Die austauschbare Ausführungseinheit. Ohne Agent bleibt alles Dokumentation. Regeln und Kontext existieren, aber niemand führt sie aus.
- 02Kontext
- Verlinken statt kopieren. Ohne Kontext rät das System. Es antwortet plausibel und trifft trotzdem daneben, weil es die Vorgeschichte nicht kennt.
- 03Skills
- Geschlossene Arbeitsanweisungen. Ohne Skills entsteht Promptfolklore. Jede Person arbeitet anders, Ergebnisse sind nicht vergleichbar, Wissen geht mit Personen.
- 04Regeln
- Governance in der Architektur, nicht daneben. Ohne Regeln entscheidet der Zufall, was nach außen geht. Ein einziger falsch versendeter Entwurf kostet mehr Vertrauen, als das Projekt an Zeit spart.
- 05Feedback
- Der Baustein, der am häufigsten fehlt. Ohne Rückkopplung bleibt das System auf dem Stand des ersten Tages. Der Nutzen fällt, während die Erwartung steigt.
Was das im Projekt bedeutet
- Eine Fähigkeit geht erst produktiv, wenn sie mehrfach gegen feste Kriterien geprüft wurde
- Jede Fähigkeit startet auf der mittleren Freigabestufe: vorbereiten ja, senden nein
- Jede Fähigkeit hat eine namentlich verantwortliche Person – „die IT“ ist kein Owner
- Rückmeldungen ändern die Arbeitsanweisung, nicht nur das Ergebnis
Erstgespräch
Wo steht Ihr Betrieb auf dieser Kurve?
Im Erstgespräch ordnen wir Ihre Situation ein und sagen offen, welcher Baustein bei Ihnen fehlt. Das ist meistens nicht der, den man erwartet.
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