Datenanalyse im Maschinen- und Anlagenbau
Ihre Serviceanfragen wissen mehr über Ihre Maschinen als jeder Prüfstand
Jede Störungsmeldung und jede Ersatzteilanfrage ist eine Rückmeldung aus dem realen Betrieb. Einzeln geht sie im Tagesgeschäft unter. Zusammengeführt zeigt sie, wo eine Baugruppe Probleme macht und welche Kunden Unterstützung brauchen.
Die Ausgangslage
Im Maschinen- und Anlagenbau ist der Service eine wichtige Quelle für Erkenntnisse – und gleichzeitig ein Bereich, der unter Tagesdruck arbeitet. Techniker lösen das Problem vor Ort oder per Fernwartung, der Innendienst schickt das Ersatzteil. Was dabei über die Konstruktion gelernt wird, landet bestenfalls in einem Servicebericht, den die Entwicklung selten liest.
Die Daten dafür sind vorhanden, aber in unterschiedlicher Form: Tickets im Servicesystem, Mails von Kunden, Ersatzteilaufträge im ERP, Telefonnotizen des Hotlinetechnikers. Weil sie nicht über die Maschine und die Baugruppe verbunden sind, bleibt unbemerkt, dass ein bestimmtes Lager bei einer Baureihe immer wieder getauscht wird oder dass Störungen nach einem Softwarestand gehäuft auftreten.
Vorgehen
So setzen wir an
Schritt 1
Anfragen der Maschine zuordnen
Serviceanfragen, Ersatzteilbestellungen und Rückmeldungen werden über Seriennummer, Kunde und Beschreibung einer Maschine und, wo möglich, einer Baugruppe zugeordnet. Unsichere Zuordnungen bestätigt der Service.
Schritt 2
Fehlerbilder vereinheitlichen
Kunden beschreiben dasselbe Problem unterschiedlich. Ähnliche Beschreibungen, Fehlercodes und getauschte Teile werden zu Fehlerbildern zusammengefasst, die sich zählen und vergleichen lassen.
Schritt 3
Häufungen erkennen
Welche Baugruppen fallen je Baureihe, Baujahr, Einsatzbedingung oder Softwarestand auf? Ungewöhnliche Häufungen werden markiert, mit den zugrunde liegenden Fällen.
Schritt 4
Rückmeldung an Konstruktion und Service
Auffälligkeiten gehen als Hinweis an die zuständige Stelle: an die Konstruktion für eine Änderung, an den Service für eine vorbeugende Aktion, an den Vertrieb für ein Gespräch mit dem Kunden.
Ein typischer Fall
Ein Hersteller von Verpackungsanlagen bemerkt erst durch die Zusammenführung von Hotline-Notizen und Ersatzteilaufträgen, dass ein bestimmter Zahnriemen bei Anlagen mit hoher Taktung deutlich häufiger getauscht wird als bei den übrigen. Einzeln war jeder Fall unauffällig, weil unterschiedliche Techniker und Innendienstmitarbeiter beteiligt waren. Die Konstruktion prüft daraufhin die Auslegung, und der Service bietet betroffenen Kunden einen vorbeugenden Tausch beim nächsten Wartungstermin an.
Wo der Mensch entscheidet
Ausgewertet werden Maschinen, Baugruppen und Servicevorgänge, nicht die Arbeit einzelner Techniker oder Mitarbeitender im Innendienst. Die technische Bewertung einer Häufung und jede Entscheidung über eine Konstruktionsänderung bleiben bei Ihren Fachleuten.
Unsere Rolle und Grundsätze →Anwendungsfälle
Passende Abläufe im Maschinen- und Anlagenbau
Weitere Themen im Maschinen- und Anlagenbau
- Kommunikation →Der Kunde schreibt an drei Abteilungen. Ankommen sollte es in einem Vorgang.
- Wissensmanagement →Der Konstrukteur von damals ist in Pension. Die Anlage läuft noch.
- Wissen validieren →Die richtige Anleitung für die falsche Maschine ist auch eine falsche Antwort
Erstgespräch
Sehen wir uns Ihren größten Zeitfresser an.
Ein Gespräch, keine Präsentation. Wir schauen uns an, worüber in Ihrem Betrieb kommuniziert wird, wo Vorgänge auseinanderfallen und was sich mit welchem Aufwand automatisieren lässt. Unverbindlich.
Erstgespräch vereinbarenHäufig gestellte Fragen
KontaktBrauchen wir dafür Maschinendaten aus der Steuerung?
Nein. Grundlage sind Serviceanfragen, Ersatzteilaufträge und Notizen, die ohnehin entstehen. Wenn Maschinendaten vorliegen, können sie später ergänzt werden; das klären wir in der Analysephase.
Wie viele Fälle braucht es für eine Aussage?
Das hängt von Stückzahlen und Laufzeiten ab. Bei Anlagen mit kleinen Stückzahlen geht es weniger um Statistik als darum, dass zusammengehörige Fälle überhaupt nebeneinander sichtbar werden.
Ersetzt das unser Qualitätsmanagement?
Nein. Es liefert dem Qualitätsmanagement zusätzliche Hinweise aus dem Feld, die heute im Schriftverkehr stecken bleiben. Verfahren und Verantwortung bleiben, wie sie sind.