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Datenanalyse bei IT-Dienstleistern

Die teuersten Störungen sind die, die immer wieder kommen

Ein einzelnes Ticket ist schnell geschlossen. Das zehnte zum selben Thema beim selben Kunden ist ein Hinweis auf ein Problem, das niemand als Ganzes sieht. Wir machen solche Muster sichtbar.

Die Ausgangslage

Ticketsysteme liefern Berichte über Anzahl, Reaktionszeit und Kategorie. Die Kategorie wird allerdings im Stress gewählt, oft als „Sonstiges“, und der eigentliche Inhalt steckt im Freitext, in Mails und in Telefonnotizen. Dass drei Tickets mit unterschiedlichen Titeln auf dieselbe Ursache zurückgehen, zeigt kein Standardbericht.

Für ein Systemhaus mit Pauschalverträgen ist das mehr als eine Statistikfrage. Wiederkehrende Störungen binden Technikzeit, die im Vertrag nicht eingepreist ist, und sie ärgern den Kunden, der dieselbe Meldung zum dritten Mal macht.

Dazu kommen Signale außerhalb der Tickets: ein Kunde, der in Mails zunehmend knapp und ungeduldig schreibt, eine Lizenzverlängerung, die seit Wochen auf Rückmeldung wartet, ein Projekt, bei dem die Abstimmung ins Stocken gerät.

Vorgehen

So setzen wir an

  1. Schritt 1

    Tickets inhaltlich gruppieren

    Tickets und zugehörige Kommunikation werden nach ihrem Inhalt zusammengefasst, nicht nur nach der gewählten Kategorie. So werden ähnliche Fälle mit verschiedenen Titeln erkennbar.

  2. Schritt 2

    Wiederholungen je Kunde und Umgebung

    Welche Störung kehrt bei welchem Kunden oder bei welcher Gerätegruppe zurück? Die Auswertung zeigt die Häufung und verweist auf die einzelnen Tickets.

  3. Schritt 3

    Aufwand gegen Vertrag legen

    Wo binden Pauschalkunden auffällig viel Supportkommunikation? Der Vergleich mit dem Vertragsumfang liefert eine Grundlage für das nächste Kundengespräch.

  4. Schritt 4

    Hinweis statt Bericht

    Erkenntnisse landen als Aufgabe beim Service-Verantwortlichen: Ursache klären, Problem-Ticket anlegen, Kundengespräch vorbereiten.

Ein typischer Fall

Ein Systemhaus betreut einen Steuerberater mit Pauschalvertrag. Die Tickets tragen unterschiedliche Titel: Outlook hängt, VPN bricht ab, Drucker im Besprechungsraum offline. Die inhaltliche Gruppierung zeigt, dass fast alle Meldungen am Montagvormittag eingehen und denselben Standort betreffen. Der Service-Verantwortliche legt ein Problem-Ticket an, ein Techniker findet die Ursache in einer Zeitsteuerung am Router.

Wo der Mensch entscheidet

Ausgewertet werden Störungen, Kunden, Verträge und Abläufe. Wie schnell oder wie viel einzelne Techniker arbeiten, ist kein Gegenstand der Auswertung. Welche Konsequenz eine Häufung hat, entscheidet Ihr Service-Management.

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Häufig gestellte Fragen

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Reichen dafür nicht die Berichte unseres PSA?

Für Mengen und Reaktionszeiten ja. Inhaltliche Zusammenhänge zwischen unterschiedlich kategorisierten Tickets und Mails zeigen sie in der Regel nicht.

Müssen wir unsere Kategorien aufräumen?

Nein. Die Gruppierung stützt sich auf den Inhalt. Wenn sich dabei zeigt, dass Kategorien fehlen, ist das ein nützlicher Nebeneffekt.

Werden Ticketdaten dauerhaft kopiert?

Nein. Das PSA bleibt die Quelle. Für die Auswertung wird gelesen, was nötig ist; Ergebnisse verweisen auf die Tickets zurück.