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Datenanalyse in der Gemeindeverwaltung

Was Bürgerinnen und Bürger wirklich fragen, steht im Postfach

Eine Gemeinde kennt ihre Einwohnerzahl, ihre Budgets und ihre Projekte. Welche Anliegen das Amt Woche für Woche beschäftigen, ist meist nur ein Gefühl. Die Kommunikation macht es messbar.

Die Ausgangslage

Im Gemeindeamt laufen Anfragen über viele Wege ein: Mail, Telefon, Formular auf der Website, persönlich am Schalter, über den Bürgermeister bei einer Veranstaltung. Was davon wie oft vorkommt, wird selten erfasst. Gezählt werden allenfalls Akten und Verfahren, nicht die Fragen davor.

Dabei steckt in diesen Fragen nützliches Wissen für die Verwaltung. Wenn sich Anfragen zur Abfuhr nach jeder Änderung des Kalenders häufen oder viele Bürger dieselbe Frage zur Bauverhandlung stellen, fehlt offenbar eine Information an der richtigen Stelle.

Für die Amtsleitung ist außerdem wichtig zu sehen, wo Anfragen liegen bleiben. Nicht um Personen zu bewerten, sondern um zu erkennen, welche Bereiche in bestimmten Phasen überlastet sind, etwa das Bauamt in der Bausaison.

Vorgehen

So setzen wir an

  1. Schritt 1

    Anfragen einheitlich einordnen

    Mails, Formulare und Telefonnotizen werden nach Anliegen und Fachbereich eingeordnet. Das System schlägt vor, das Amt bestätigt.

  2. Schritt 2

    Wiederkehrendes erkennen

    Welche Fragen kommen immer wieder, in welchen Zeiträumen und nach welchen Anlässen? Daraus entsteht eine Liste von Themen, die eine bessere Information auf der Website oder in der Gemeindezeitung brauchen.

  3. Schritt 3

    Offene Anfragen sichtbar machen

    Anfragen ohne Antwort werden je Fachbereich sichtbar, damit Engpässe auffallen, bevor sich jemand beim Bürgermeister beschwert.

  4. Schritt 4

    Ergebnisse in die Verwaltung

    Erkenntnisse gehen als Hinweis an Amtsleitung oder Fachbereich. Welche Information veröffentlicht oder welcher Ablauf geändert wird, entscheidet die Gemeinde.

Ein typischer Fall

Eine Gemeinde hat das Gefühl, dass das Bürgerservice im Frühjahr überlastet ist. Die eingeordneten Anfragen zeigen, dass ein großer Teil davon Fragen zu Grünschnitt, Sperrmüll und Öffnungszeiten des Altstoffsammelzentrums sind, die auf der Website zwar beantwortet, aber schwer zu finden sind. Die Gemeinde stellt die Information prominenter dar und ergänzt einen Hinweis in der Gemeindezeitung vor Beginn der Gartensaison.

Wo der Mensch entscheidet

Analysiert werden Anliegen und Abläufe, nicht einzelne Bedienstete und nicht einzelne Bürgerinnen oder Bürger. Rückschlüsse auf Personen werden nicht gezogen und nicht vorbereitet. Was aus einer Auswertung folgt, beschließt die Gemeinde.

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Häufig gestellte Fragen

Kontakt
Werden Bürgerinnen und Bürger dabei ausgewertet?

Nein. Betrachtet werden Anliegen in der Summe, etwa wie oft eine Frage zur Abfuhr gestellt wird. Profile einzelner Personen entstehen nicht.

Brauchen wir dafür ein Ticketsystem?

Nein. Die Auswertung stützt sich auf die vorhandene Kommunikation. Ein Ticketsystem kann eine Quelle sein, ist aber keine Voraussetzung.

Wer sieht die Ergebnisse?

Wer dazu berechtigt ist, in der Regel Amtsleitung und Fachbereichsverantwortliche. Den Kreis legt die Gemeinde fest.